Windecker Fuglärm steigt auf Vier-Jahres-Hoch

Download Presseerklärung vom 02.01.2014 | Bericht im Kölner Stadt-Anzeiger vom 06.01.2014
Seit Juli 2009 zeichnet eine Fluglärmmessstation den Fluglärm in Windeck rund um die Uhr auf. Die Messwerte dieser Fluglärmmessstation werden automatisiert an den Deutschen Fluglärmdienst (DFLD) übertragen und von dort aus im Internet zur Verfügung gestellt.
Eine Auswertung der Messwerte über einen Zeitraum von viereinhalb Jahren von Juli 2009 bis Dezember 2013 – weist Jahr für Jahr eine Erhöhung der Nachtflüge zwischen 22:00 und 06:00 aus. Wurde 2009 noch hauptsächlich tagsüber über Windeck geflogen, so überwiegen heute die Nachtflüge.
Im abgelaufenen Jahr 2013 wurden 4478 Nachtüberflüge und 3128 Tagüberflüge über Windeck gemessen. Die lauteste Nacht war der 04. September 2013 mit 41 Nachtüberflügen. Dies lässt sich mit der Verlagerung von Frachtflügen nach Köln-Bonn und deren Flugroute über Windeck erklären. IMG_6110_01
Die Frachtmaschinen fliegen deshalb mitten über Windeck, weil sich in Windeck-Locksiefen das Funkfeuer befindet, an dem sich alle Flugzeuge orientieren. Der Köln-Bonner Flughafen wählt also die Routen über Windeck bewusst aus. Unter diesen Aspekten macht ein Nachtflugverbot noch mehr Sinn.
Leider wird der Flughafen Köln-Bonn ab 2014 noch mehr Flüge über Windeck verursachen, da Condor Verbindungen von Köln-Bonn in die Karibik anbieten will. Zudem wird sich der Fluglärm in Windeck auch deshalb erhöhen, da die Schwarz-Grüne Koalition in Hessen Erfolge bei der Lärmreduzierung vorweisen muss. Und das funktioniert nur, wenn Flüge zu anderen Flughäfen verschoben werden. IMG_6112_01
Leider unternimmt die Lokalpolitik nichts gegen die zunehmende Lärmbelastung und der Köln-Bonner Flughafen reduziert weder die Flüge über Windeck, noch finanziert er den passiven Lärmschutz.
Wer nachts wegen Fluglärm wach wird, sollte sich daher die Uhrzeit merken und am nächsten Morgen online eine Beschwerde abschicken. Fluglärmbeschwerden können sehr einfach über windeg.de gemacht werden.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Gesundheit gegen Kapital! Ich bin vor etlichen Jahren aus gesundheitlichen Gründen aus einer lauten Stadt nach Windeck gezogen, in eine bis dato beschauliche, naturbelassene und ruhige Gegend. Mit der Ruhe ist es vorbei, und dies nicht nur nachts. Auch tagsüber führen die öfters zu tief einfliegenden Luftverpester (Flugzeuge) zu Beklemmungen. Aber nachts ist es besonders schlimm geworden. Die Flugzeuge, besonders Frachtmaschinen, welche brummend und dröhnend über Windeck in oder aus Richtung Köln/Bonn unterwegs sind, erzeugen Ängste und Schlafstörungen. Dies hängt nicht nur mit der Verlagerung nächtlicher Frachtflüge von Frankfurt zusammen! Bereits 2010 wurden die Flugrouten (Luftstraßen) zum Nachteil der hiesigen Bevölkerung geändert. Was natürlich dementiert wird. Es stimmt aber trotzdem! Es handelt sich um körperverletzenden Lärm. Wer dies bestreitet, ist entweder geistig nicht mehr fit oder abhängig vom Kapital. Der Freibrief für den Flugbetrieb zu nachtschlafender Zeit ist ein Verbrechen! Typisch für Kapitalisten und deren Erfüllungsgehilfen. Die Sorgen, Nöte und gesundheitlichen Interessen der Windecker und anderer betroffenen Bürger werden mit Füßen getreten. Und was machen unsere zuständigen Politiker? Nichts! Nur rumschwafeln mit wenig Inhalt oder ohne Sachkenntnis. Von diesen „temporären Erscheinungen“ (Politiker) ist ohnehin nichts zu erwarten. Zu viele sind mit dem Kapital verbündet, sie haben sich entgültig demaskiert und dem Kapital verschrieben. Wer ist schuld? Vielleicht die Erfüllungsgehilfen, die ihr wahres Gesicht, ihre dreckige Fratze zeigen? Vielleicht die temporäre Erscheinung in Düsseldorf, welche den Bürgerauftrag (Gesundheit + Ruhe) mit Füßen tritt. Daß Lärm massiv der Lebensqualität und der Gesundheit schadet, wird in Zukunft immer mehr ins Bewußtsein der Bevölkerung rücken. Genügend fachliche Gutachten und/oder medizinische Bewertungen belegen dies eindeutig. Doch es wird dauern, bis der Wert der Ruhe nicht mehr gegen die Profite einiger Unternehmen ausgespielt wird. Völlig unbekannt scheint zu sein, daß bei fehlender, sofortiger Landemöglichkeit zur Nachtzeit Flugzeuge Warteschleifen über dem Rhein-Sieg-Kreis drehen, also zurück nach Windeck und dann erneuter Anflug Köln. Ich rate allen umzugswilligen Menschen davon ab, nach Windeck zu ziehen.
    Quelle: http://www.ksta.de/obere-sieg/messstation-windeck-4478-nachtfluege-im-letzten-jahr,15189214,25795336.html#commentsRoot

  2. Hallo D.Kasper,
    laut der Fluglärm-Zusammenfassung unter http://blog.inwindeck.de/fluglaerm-messwerte-windeck hatte Windeck im Jahr 2013 genau 7606 Überflüge. Davon 4478 Überflüge in den Nachtstunden. Da die Messstation nicht den gesamten Windecker Bereich abdeckt, liegt die Dunkelziffer der nicht erfassten Überflüge natürlich WESENTLICH höher. Schauen Sie doch bitte einfach mal regelmäßig unter http://blog.inwindeck.de unter | Messwerte | Fluglärmmesswerte online | vorbei und lassen Sie die Massivität der Überflüge auf sich wirken.

  3. Die von Ihnen vorgetragene Behauptung, der Köln-Bonner Flughafen würde die Route über Windeck bewusst auswählen, ist nicht haltbar. Wie Sie auf Ihrem eigenen Foto unschwer erkennen können, ist nicht der Flughafen sondern die Bundesanstalt für Flugsicherung Betreiber des Funkfeuers „Cola“, das den Flugzeugen als Orientierung dient. Dass die Piloten sich an ihre Orientierungspunkte halten ist nicht weiter verwerflich sondern äußerst sinnvoll. Oder möchten Sie, dass die Piloten sich nach Sicht und Kompass orientieren? Die „guten alten Zeiten“ der Postkutsche sind nun mal vorbei und kommen auch nicht wieder. Eine globalisierte Welt fordert nun mal ihren Tribut, aber bei einer Überflughöhe von rund 1.500 Metern von Lärm zu sprechen halte ich für sehr übertrieben. Ich rechne nicht damit, dass Sie diesen Beitrag veröffentlichen, aber es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen mal eine Gegenmeinung darzulegen.

  4. Ja es ist schon sehr bemerkenswert: Dank dieser Aufzeichnungen kann endlich der Fluglärm mit allen seinen schädlichen Folgen ernster genommen werden als dies bisher durch die Windecker Politiker geschehen ist, die im Abwiegeln sehr geübt sind. Am 29.01.2008 stand in dieser Zeitung: „„Wir sehen für Windeck keine Lärmbelästigung“, erzürnte sich Wilfried Häfner, FDP-Fraktionschef“ und der Ex-Bürgermeister Funke, der lieber in die Wirtschaft wechselte als sein Amt auszuüben ergänzte, dass er sich „vom nächtlichen Fluglärm nicht belästigt“ fühle. Wenn die Politiker versagen, können wir froh sein, wenn sich die Bürger selbst um diese Übel kümmern.
    Quelle: http://www.ksta.de/obere-sieg/messstation-windeck-4478-nachtfluege-im-letzten-jahr,15189214,25795336.html#commentsRoot

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