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Museumsdorf Alt-Windeck – Kostenfalle weiteres Prestigeprojekt?

Weitere Prestigeprojekte trotz hoher Verschuldung?

16.03.2026

[*] Beim Ausschuss für Zukunft und Entwicklung (ehemals Bauausschuss) am 10.02.2026 wurde beschlossen, einen Arbeitskreis mit Parteien und Vereinen zu gründen, um die weiteren Planungsschritte zu besprechen. Die initiale Sitzung fand am 13.03.26 statt.

Zusammenfassung:

Leider war keine am tatsächlichen Bedarf orientierte Planung erkennbar. Vielmehr wird zu groß gedacht, scheinbar einzig getrieben durch die in Aussicht stehende Städtebauförderung, die Millionen verspricht, wenn man nur groß genug baut. Es verbleibt aber ein Eigenanteil, den alle Bürger bezahlen müssen, ob sie wollen oder nicht.

Wünschenswert ist eine rein sach- und lösungsorientierte Vorgehensweise für zukünftige Sitzungen.

Verlauf der Sitzung:

Der Beigeordnete erläuterte seine Vorgehensweise, die Städtebauförderung auf Basis einer „soziokulturellen Begegnungsstätte“ zu beantragen. Dabei müssten die Räume aber groß und multifunktional sein und es müssten unterschiedliche Bedarfe befriedigt werden können.

Der Vertreter des Museumsdorfes Alt-Windeck machte deutlich, dass es um den Ersatz des alten Dorfgemeinschaftshauses geht. Das neue Dorfgemeinschaftshaus müsse für 80 Personen ausgelegt sein.

Auf Nachfrage der CDU schätzte der Beigeordnete die Kosten auf 6,8 Millionen Euro. Die Städtebauförderung würde dann 5 Millionen Euro betragen.

Die SPD forderte insbesondere eine Planung zum Betrieb, ein Nutzungskonzept und eine Abstimmung zwischen den bereits existierenden Angeboten von Kabelmetal und dem Bürgerzentrum Dattenfeld, um unnötige Doppelstrukturen zu vermeiden.

Die Piratenpartei wies auf die ohnehin sehr angespannte finanzielle Situation der Gemeinde Windeck hin und hält weitere Prestigeprojekte für nicht finanzierbar.

Selbstverständlich sollte es kein finanzielles Problem darstellen, ein neues Dorfgemeinschaftshaus in Altwindeck zu finanzieren. Ein Aufblähen des neuen Dorfgemeinschaftshauses zu einem weiteren Prestigeprojekt sollte unbedingt vermieden werden.

Die möglicherweise überzogenen Planungen der Gemeindeleitung Windeck kann man am besten durch ihre bisherigen Absichten erklären:

Für das Museumsdorf in Alt-Windeck sind Gesamtkosten von 7.087.000 €, abzüglich einer Fördersumme von 4.000.000 € im Windecker Haushalt, vorgesehen. Dort ist auch eine Hängebrücke vom Wanderweg zur Burg Windeck zum Museumsdorf geplant. Diese überflüssige Hängebrücke soll wohl die im ersten Fördermittelantrag geplante Rutsche für Menschen von der Burg Windeck in das Museumsdorf ersetzen. Die Rutsche wurde gestrichen. In den Unterlagen zur 7. Sitzung der Kommission Regionale 2025, am 01.03.2024, kann man nachlesen, dass das Erlebnisareal Burgruine Windeck im ersten Versuch keine Förderempfehlung erhalten hat. Jetzt sind wohl inhaltliche Anpassungen gemacht worden.

Übertreibt es die Verwaltungsspitze in Windeck mit Prestigeprojekten, die zwar gut aussehen, aber nicht unbedingt erforderlich sind? Immerhin befindet sich die Gemeinde Windeck in der Haushaltssicherung, hat die Grundsteuer erhöht und muss den Haushalt von der Kommunalaufsicht des Kreises genehmigen lassen. Kein Wunder, dass die Grundsteuer immer weiter steigt. Meistens werden hohe Anteile der Projektsummen durch die Bürger finanziert – ob sie das wollen oder nicht.

Hier sollten die Bürger nicht nur gefragt werden, ob sie mit diesem weiteren Prestigeprojekt einverstanden sind, sondern es sollte auch aufgezeigt werden, welche Auswirkungen das auf den Haushalt und die Grundsteuer der Gemeinde hat.

Der Planung zum „Dorf der Generationen“ wurde am 05.12.2024 mit den Stimmen der „übergroßen“ Koalition zugestimmt.

Für das „Dorf der Generationen“ wurden im Haushalt der Gemeinde Kosten in Höhe von 7.087.000 €, abzüglich einer Fördersumme von 4.000.000 € veranschlagt. Es verbleibt also ein Eigenanteil, den alle Bürger bezahlen sollen, in Höhe von 3.087.000 €.

Die Kämmerin der Gemeinde Windeck erläuterte bei einer Veranstaltung am 09. April 2025 die Rahmenbedingungen zur Grundsteuer und zeigte insbesondere eine Darstellung, in der die Grundsteuer B, als Einnahmequelle zur Deckung des Haushaltes, mit ca. 6 Millionen Euro angesetzt wurde. Der Haushalt selbst beträgt ca. 61 Millionen Euro. Das heißt, die Grundsteuer B stellt eine „Einnahmequelle für den Haushalt“ dar und wurde im Doppelhaushalt 2025/2026 mit 960 % beschlossen. In 2024 betrug die Grundsteuer B noch 750 %.

Fazit:

Für die Piratenpartei gibt es jedoch gute und weniger sinnvolle Fördermittel. Es ist beispielsweise gut, wenn in Bäder, Sportstätten, Kindergärten, Feuerwehr und Schulen investiert wird – das ist immer eine Bereicherung für das Gemeinwohl. Weniger vorteilhaft sind jedoch Projekte, die unter die Kategorie „Prestigeprojekte“ fallen und schön aussehen, aber nicht unbedingt erforderlich sind. Diese Investitionen sollte sich eine Kommune wie Windeck, deren Haushalt vom Kreis genehmigt werden muss, ersparen.

[*] Ein Meinungsbeitrag (angereichert durch ein Gedankenprotokoll) von Peter Inden (Gemeinderat in Windeck).

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Quellen:
http://sessionnet.owl-it.de/gemeinde-windeck/bi/getfile.asp?id=66989&type=do Zitat: „Der Waldhang zwischen Burg und Museumsdorf wird zu einem Natur- und Erlebniskorridor entwickelt, in dem z.B. Wege mit Erlebnisstationen und Rutschen als verbindende Elemente gestaltet werden.
https://windeg.de/oeko-piraten/keine-sonderprojekte-auf-kosten-der-buerger
https://windeg.de/oeko-piraten/haushaltsrede-piratenpartei-grundsteuererhoehung-windeck
https://windeg.de/oeko-piraten/windeck-millionen-vom-steuerzahler
https://windeg.de/blog/burgruine-windeck-befreiung-vom-naturschutz
https://www.spd-windeck.de/2026/03/unvollstaendige-planung-beim-dorf-der-generationen
https://www.spd-windeck.de/wp-content/uploads/2026/03/20260314-SPD-Anfrage-DorfDerGenerationen.pdf

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