Wahlprüfsteine des BUND zum Thema Fluglärm in Windeck 2009-08-08

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Funke, Herr Rossbach und Herr Feljauer,

sehr geehrte Fraktionsvorsitzende der CDU, SPD, FDP, B90Grüne und Die Linke.
Der inzwischen zurück getretene Verkehrsminister Wittke hat Anfang 2008 die zuvor noch bis 2015 gültige Nachtflugregelung des Köln-Bonner Flughafens ohne Änderung um weitere 15 Jahre bis 2030 verlängert. Die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden, die Mitglieder der Fluglärmkommission, die Landtagsabgeordneten, die in diesem Zusammenhang ebenfalls mehrheitlich Lärmminderungsmaßnahmen gefordert hatten und vor allem alle betroffenen Bürger wurden dabei düpiert.

Dieser Sachverhalt wurde bereits in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 28.01.2008 durch einen Vertreter des BUND eingebracht, wobei sich die Mitglieder des Ausschusses nicht in der Lage sahen die mittelfristig stark ansteigenden Lärmemissionen durch den Köln-Bonner Flughafens vorausschauend zu erkennen.

Zwischenzeitlich hat der BUND eine eigene Fluglärmmessstation in Windeck eingerichtet, um die kontinuierlich steigende und unzumutbare Fluglärmbelastung zu dokumentieren. Das Ergebnis ist erschreckend. In den Nachtstunden kommt es teilweise zur Umleitung eines Großteils der Flüge vom Köln-Bonner Flughafen aus. Überflüge im drei Minuten Takt sind keine Seltenheit. Dies läßt sich leicht aus der folgenden Flugspuraufzeichnung erkennen. Windeck ist dort vor lauter Überflügen kaum zu erkennen.
[nggallery id=3]Die hier gezeigten objektiven – und für jedermann im Internet einsehbaren – Messergebnisse lassen sich nicht mehr durch die Politik verdrängen. Diese Entwicklung verhält sich exakt gegenläufig zu den Bestrebungen der Kommunalpolitiker das Windecker Ländchen als Tourismusmagnet zu vermarkten und der rückläufigen Bevölkerungsentwicklung entgegen zu wirken.

Ohne eine Reduzierung der Fluglärmentwicklung können diese durch die Gemeinde angestrebten Entwicklungsziele nicht erreicht werden.

Ein wesentliches Merkmal für ein Erholungsgebiet ist allerdings Ruhe und nicht eine nächtliche Dauerbeschallung durch Fluglärm. Dauerhaft kann durch die Verdrängung des Problems Fluglärm bei gleichzeitiger Etikettierung „Erholungsgebiet“ leicht der Eindruck einer Mogelpackung entstehen, denn die Fluglärmentwicklung ist schon über die Grenzen von Windeck bekannt.

Mit diesem vorab geschilderten Hintergrund, bitten wir Sie um die Beantwortung der folgenden Fragen bis zum 18.08.09. Die Zusammenfassung aller Antworten werden wir noch vor der Wahl über die Presse veröffentlichen.

Frage 1: Wie wollen Sie dem Fluglärm in Windeck entgegen wirken ?

Frage 2 : Halten Sie eine positive Entwicklung des Windecker Ländchen ohne die Eindämmung des Fluglärms für realistisch ?

Frage 3: Kann die rückläufige Bevölkerungsentwicklung Windecks auch bei steigender Fluglärmbelastung aufgehalten werden ?

Frage 4: Sehen Sie jetzt und in Zukunft einen Zusammenhang zwischen dem sehr schlecht laufenden Immobilienmarkt und der starken Fluglärmentwicklung ?

Frage 5: Halten Sie die Verbreiterung des Flugkorridors, über Windeck hinaus, für sinnvoll ?

Für die Beantwortung der Fragen bis zum 18.08.09 sind wir Ihnen dankbar. Die Antworten werden wir dann – wie weiter oben beschrieben – aufbereiten und veröffentlichen. Selbstverständlich erhalten Sie eine Vorabinformation über die Veröffentlichung.
Mit freundlichen Grüßen

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