Vorstoß gegen Fluglärm verpufft

Leserbrief Rhein-Sieg-Anzeiger vom 09.03.2018
Hauptausschuss stimmt gegen Beitritt zur Lärmschutzgemeinschaft
In der Hauptausschusssitzung wurde sehr deutlich, welche Ausschussmitglieder sich tatsächlich mit der Problematik auseinandergesetzt und sich mit den Zielen der Lärmschutzgemeinschaft befasst haben. Dabei handelte es sich um die Vertreter von SPD, Grüne und UWG, die dann auch den Antrag unterstützt und einen Beitritt zur Lärmschutzgemeinschaft befürwortet haben. Hingegen vermittelten die ablehnenden Ausschussmitglieder den Eindruck, als hätten sie sich nicht wirklich inhaltlich mit der Thematik auseinandergesetzt. Statt dessen wurde der Antrag mit den bekannten Pauschalargumenten, wie sie im Artikel benannt werden, abgelehnt : „Wirtschaftsmotor“, „Arbeitsplätze“.
Ziel der Lärmschutzgemeinschaft ist es jedoch nicht, den Flughafen Köln/Bonn zu schließen.
Vielmehr geht es darum, langfristig das Einhalten einer nächtlichen Kernruhezeit herbeizuführen.
Dieses Ziel soll in kleinen Schritten erreicht werden. Eitorf hätte sich zum Wohl seiner Bürger diesem Weg anschließen können, um sich mit den Kommunen, die bereits der Lärmschutzgemeinschaft beigetreten sind, gemeinschaftlich zu engagieren – für eine Verbesserung oder den Erhalt der Lebensqualität in unserer Gemeinde. Und damit für eine Weichenstellung in eine für beide Seiten positive Zukunft, also ohne dabei letztlich den Flughafenstandort Köln/Bonn infrage zu stellen.
Stattdessen wurden – wie überall so oft – rein wirtschaftliche Belange, vor allem das Argument Arbeitsplätze, gegen die Lebensqualität der Einwohner (Wozu u.a. auch die Gesundheit gehört!) ausgespielt. Die Einwohner dürfen bzw. sollten aber auch noch ein Leben neben der Arbeit haben. Und um die Qualität dieses Lebens zu schützen und zu bewahren muss man an Lösungen arbeiten, die beides möglichst optimal vereinbaren: die Belange des Umwelt- und Naturschutzes mit wirtschaftlichen und sozialen Notwendigkeiten. Wenn man sich diesen Lösungsversuchen verweigert, gehen weder Bürger noch Umwelt als Gewinner aus diesem Spiel hervor.

Sigrid Schmidt-Hasenbusch
Eitorf

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