Terror am Himmel

DER Spiegel – Terror am Himmel
Fluglärm quält Millionen Deutsche. Der Krach kann zu Herzerkrankungen und womöglich zu Krebs führen. Doch beim Ausbau von Flughäfen wird kaum Rücksicht auf die Anwohner genommen. Eine neue Protestbewegung entsteht. Siehe pdf Version im Spiegel Archiv und  DER SPIEGEL 5/2012 vom 30.01.2012

Zwei sehr gute Leserbriefe dazu:

Leserbrief 2  zum Artikel „Terror am Himmel“  vom 30.1.2012

Vielen Dank für die Berichterstattung über Fluglärm.

Der „Terror am Himmel“ ist nur Teil des Problems, ausgelöst wird er durch „Terror auf der Erde“. Eine bis an die Zähne mit Geld ausgestattete Flughafenlobby schreibt sich die Gesetzes­vorlagen, wie das Fluglärmgesetz oder auch das Flughafenkonzept für die Repu­blik, selbst und lässt sie vom Bundes­verkehrs­minister ungehemmt durchwinken – dabei wird ein schwacher und risikoscheuer Umweltminister einfach überrannt. In der Folge bleibt der Schutz der Bevölkerung mit den selbst gewählten Grenzwerten der Luftverkehrsseite auf der Strecke, das gilt insbesondere für die Nacht.

Bei großen Ausbauten der Flughäfen wie in Frankfurt oder Berlin wird unge­straft gelogen und betrogen. Abwägungen zwischen der vermeintlichen wirtschaftlichen Notwendigkeit und dem Schutz der Menschen finden entweder nicht statt oder deren Ergebnisse werden nach der Umsetzung unterdrückt. Schlimmes Beispiel neben dem Flughafen Frankfurt und den Ergebnissen des Dialogverfahrens der Flughafen Köln/Bonn. Schon 2007 nach einer Unter­suchung von EuroControl der Flughafen mit den meisten Flugbewegungen in der Kernzeit der Nacht zwischen 0-5 Uhr (deep night) in ganz Europa und nach 15 Jahren(!)  noch immer nicht umgesetzten Auflagen für die zweifache Verlängerung der Nachtflugregelung bis nun­mehr 2030.

Jede Region hat eine bestimmte Umweltkapazität. In Frankfurt ist sie bereits gekippt, andere Flughafenregionen stehen kurz davor. Nun schlägt das System zurück in Form von Wutbür­gern und hohen Gesundheitskosten.

Köln, 3.2.2012    gez.  Helmut Breidenbach
Bundesvereinigung gegen Fluglärm

Leserbrief 1  zum Artikel „Terror am Himmel“  vom 30.1.2012

Zu Ihrem Beitrag  im Heft 5/2012 „Terror am Himmel”
Sie prangern hier dankenswerterweise erstmals und auch sehr ausführlich die bundesweit rasant angestiegene  Belastung der Bevölkerung rings um die Flughäfen der BRD an. In Ihrer Grafik ‚Ein Tag über Deutschland‘  aber auch auf den Textseiten  werden die größten deutschen Flughäfen genannt. Unberücksichtigt bleibt dabei der Flughafen Köln-Bonn, der inzwischen  aufgrund der uneingeschränkten Nachtfluggenehmigung zum europaweit größten Nachtflug-Airport geworden ist mit 99 Flugbewegungen je Nacht und mit den meisten extrem lauten Maschinen, denn hier kommen uralte, in den USA ausgemusterte Frachtmaschinen mit teilweise über 87,5 dBA zum Einsatz.
Der damalige ‚ehrenhafte‘ CDU-Landesverkehrsminister in NRW Oliver Wittke genehmigte, gänzlich am Düsseldorfer Parlament vorbei,  2010 dem Flughafen Köln-Bonn für weitere 20 Jahre weiteren uneingeschränkten Nachtflug. Das Ganze fußt auf der nur zwei Seiten langen Genehmigungsurkunde IV/D 31-25 vom 3.1.1959, ausgestellt vom damaligen Bundesverkehrsminister Franz-Joseph Strauß, bekannt ja für seine Flugleidenschaft. Diese Genehmigung wurde im Eilverfahren kurz vor der Einführung eines bundesweit zwingend vorgeschriebenen  Planfeststellungsverfahrens  durchgezogen.

Karl Josef Schneider, Im Klausgarten 37 B, 53721 Siegburg, Tel. 02241 387943

Quelle der Grafik: Der Spiegel

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