Tagebau Hambach und A4 Verlegung

Hier eine neue Internetseite. Die Inhalte sind teilweise 25 – 45 Jahre alt, aber leider noch immer aktuell.
https://www.hambach-a4.de/
Die Aktionsgemeinschaft der Bürgerinitiativen gegen die Verlegung der Autobahn A4 war ein 1992 gegründeter Zusammenschluss von sechs örtlichen Bürgerinitiativen der Ortschaften Arnoldsweiler, Buir, Manheim, Merzenich und Morschenich gegen den Tagebau Hambach und die Autobahn A4 Verlegung.
Die Bürgerinitiativen gegen die Verlegung der Autobahn A4 waren damit nach den anfänglichen Demonstrationen in den 1970 Jahren und der Hambach Gruppe in den 1980 Jahren die dritte Generation von Initiativen, die sich gegen den Braunkohleabbau des Tagebaus Hambach und gegen die komplette Rodung des Hambacher Forstes wehrte.
Das war geplant:
– Die Autobahn Köln-Aachen (A4) wird auf sechs Spuren erweitert und direkt an Buir vorbeigeführt.
– Die Bahnlinie wird für die neuen Hochgeschwindigkeitszüge, die S-Bahn und den Güterverkehr erweitert.
– Die Hambach-Kohlebahn kommt noch dazu.
– Der Tagebau endet direkt an dieser neuen „Bündelung der Verkehrswege“, am Rand von Buir.
– Nach dem „Betriebsplan der Firma Rheinbraun für die Fortführung des Tagebaus Hambach von 1996 bis 2020″ ist auch automatisch die Verlegung der A 4 verbunden.
Doch das ist nach wie vor falsch! Die Abbaugrenze im Betriebsplan geht bis zum Jahr 2020 auf einer Länge von ca. 3 km um höchstens 300 Meter über die jetzige A4 hinaus. Das muß nicht sein! 300m entscheiden über das Schicksal der Grubenrandgemeinde Buir und über das komplette Abbaggern des Hambacher Forstes! Rheinbraun / RWE schafft damit Sachzwänge und nicht umkehrbare Fakten. Denn mit einer Zurücknahme der Abbaugrenze um diese 300 Meter würde die Verlegung der A 4 erst für den Betriebsplan von 2020 bis 2040 erforderlich!
Die Mitglieder der Bürgerinitiativen waren alle ortsansässige Bürgerinnen und Bürger, die gegen ihre eigene Vertreibung kämpften. Sie erkannten, dass der Tagebau Hambach und Verlegung der Autobahn A4 nach Buir nur dann zu verhindern sind, wenn sie auf breiter Front juristisch und strategisch vorgehen und gleichzeitig die betroffenen Bürger informieren.
Die Aktionsgemeinschaft stellte dabei alle notwendigen Verfahren, die zur weiteren Fortführung des Tagebaus Hambachs notwendig waren, in einen Gesamtkontext. Dabei engagierte sich die Aktionsgemeinschaft bei folgenden Verfahren und deren Mitglieder trugen auch die Kosten für Klageverfahren selbst:
– Klage gegen den Tagebau Hambach
– Verlegung der Hambachbahn
– Verlegung der Autobahn A4
– Verlegung der B477
– Kiestagebau Forster Feld bei Manheim
– Kiestagebau Vogelsang direkt vor Buir
– Erweiterung des Braunkohle Kraftwerks Niederaußem um weitere 1000MW

Am 13. Mai 2009 scheiterte die gemeinsame Klage der Aktionsgemeinschaft der Bürgerinitiativen gegen die Verlegung der A 4 und des BUND vor dem Bundesverwaltungsgericht. Im Mai 2009 wies das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig alle Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss ab.
Letztlich konnte nur der Kiestagebau Vogelsang direkt vor Buir verhindert werden. Alle anderen Verfahren gingen in letzter Instanz verloren, da die Aktionsgemeinschaft keine politische Unterstützung erhalten hat. Auch wurde kaum in der lokalen Presse berichtet und Leserbriefe wurden nur sehr zögerlich veröffentlicht. Möglicherweise wollten die Verlage ihre Anzeigenkunden nicht abschrecken.

Ohne die Aktionsgemeinschaft der Bürgerinitiativen gegen die Verlegung der Autobahn A4 ist der Widerstand der Jahre 2012 ff. aber nicht denkbar. Bereits die Aktionsgemeinschaft hat sehr viele Widerstandsformen – wie z.B. regelmäßige Waldspaziergänge – erfunden, um auf das sinnlose Abbaggern des Hambacher Forstes aufmerksam zu machen. Auch die sehr strukturierten Informationspakete und Flugblätter wurden von den nachfolgenden Initiativen weiter genutzt.

Der Aktionsgemeinschaft gelang es erstmalig die enormen und irreversiblen Umweltschäden des Tagebau Hambach in groß angelegten Podiumsdiskussionen darzulegen und so den Betroffenen Bürgern vor Augen zu führen, dass Widerstand möglich ist. Im Rückblick hatte und hat die Aktionsgemeinschaft alle Argumente auf ihrer Seite. Alle Argumente der Aktionsgemeinschaft sind zeitlos und haben auch heute noch ihre volle Gültigkeit. Leider fehlte es zu ihrer aktiven Zeit an sozialen Medien, mit denen man mit wenigen Mausklicks Informationen verbreiten kann. Und es fehlte an Waldbesetzern, die das Abbaggern des Hambacher Forstes medienwirksam in Frage stellen.

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