Tagebau-Hambach-Buir-Morschenich-Manheim sollte Freilichtmuseum werden

Das war es also mit RWE. Die junge Generation der Waldbesetzer hat es geschafft, dass die wenigen Restbäume des Hambacher Forstes vorerst nicht abgebaggert werden. Der spärliche Rest des Hambacher Forstes ist zum Symbol des moralischen Versagen von RWE und der willfährigen politischen Kaste geworden. Das Versagen von Generationen sogenannter Entscheidungsträger, die möglicherweise direkt oder indirekt auf der RWE Gehaltsliste stehen oder standen, wurde offen gelegt. Doch die Medien ziehen weiter und andere Themen beherrschen die Nachrichten. Die eisernen aber austauschbaren Rolf Martin Schmitz dieser Welt halten weiter am Abbaggern des Tagebaus Hambach fest. Sie sehen das möglicherweise von ihnen gemachte Recht auf ihrer Seite. Dafür werden sie gut bezahlt.
Da ist es nur legitim, dass die jungen Hausbesetzer von Manheim den Bossen von RWE ihr moralisches- und ethisches Fehlverhalten vor Augen führen. Die jungen Hausbesetzer haben Ideale jenseits von Geld und Macht. Sie denken an die Natur und die Umwelt. Und an die Zukunft. RWE hat Strafanzeige gegen die Besetzter erstattet und will die besetzten Häuser räumen lassen. Nur so kann der Profit zu Lasten von Mensch und Natur weiter gehen. So lange der Rodungsstopp gilt, darf auch Manheim nicht von den voreilenden Räumtrupps platt gemacht werden.
Besser wäre es wohl die Region Hambach-Buir-Morschenich-Manheim zum Freilichtmuseum zu erklären. Als zentrale Anlaufstelle und Informationszentrum zum Braunkohleklüngel bietet sich das Haus des RWE Direktors Lambertz in Manheim an.
Dort kann die Herleitung der Apokalypse dokumentiert werden: Die Autobahn A4 ist nach Buir verlegt, Lich-Steinstrass, Etzweiler und das Gut Reuschenberg sind abgebaggert, Manheim ist umgesiedelt, die Umsiedlung von Morschenich an einen tektonischen Sprung zwischen Erftscholle und Rurscholle läuft und auch die Kohlebahn ist nach Buir verlegt. Dieses apokalyptische Szenario sollte für nachfolgende Generationen als Freilichtmuseum konserviert und dokumentiert werden, damit so etwas nie wieder passiert. Und es sollte auch an die Verantwortung der sogenannten Politiker und Mandatsträger von RWE erinnert werden. Denn diese Art von Politik sitzt immer noch am langen Hebel und entscheidet weiter über irrsinnige Projekte. Der in Planung befindliche Hambacher Restsee ist da ein gutes Beispiel.

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