Sommer der Fluglärmrekorde

Pressemitteilung
KÖLN/BONN feiert neue Rekorde auf Kosten der Anwohner im Umfeld
Als „Sommer der Rekorde“ und „größte Reisewelle des Jahres“ bejubelte Flughafenchef Garvens unlängst die Zunahme des Sommer-Ferienreiseverkehrs um 266.000 Flugpassagiere. Dass dieser „Rekord“ auch eine Kehrseite hat, darf der Öffentlichkeit keinesfalls vorenthalten werden:
Der Flughafen Köln/Bonn hat die Zahl seiner nächtlichen Flugbewegungen (22 – 6 Uhr) alleine im 1. Halbjahr 2016 um 8,4% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf nunmehr 18.432 gesteigert!
Für die ca. 90.000 Anwohner, die im Bereich von besonders hoher Nachtfluglärm-Dauerbelastung(1) leben, kommt noch verschlimmernd hinzu, dass gleichzeitig auch die Zahl der extrem lauten Nachtflüge (registriert an den Lärmmessstellen des Flughafens mit Schallpegeln von 80 und mehr Dezibel) im Vergleich zum 1. Halbjahr 2015 sogar um 20% zugenommen hat (Schallpegel von 80-85 Dezibel entspricht der Lautstärke am Rand einer viel befahrenen Bundesstraße mit nennenswertem LKW-Anteil). Diese Fakten stehen im krassen Widerspruch zu früheren Behauptungen von Herrn Garvens, wonach es am Flughafen deutlich leiser geworden sei(2). Sie widerlegen auch die zigfach wiederholte Behauptung des Flughafenchefs, wonach die (eher mäßige) Gebühren-Verteuerung von Nachtflügen … ein weiterer Schritt auf dem Weg zu weniger Lärmimmissionen (3)…“ sei.
Da die erhebliche Zunahme der Köln/Bonner Nachtflugaktivitäten augenscheinlich im Passagierflugverkehr ihre Ursache hat, stellt sich jetzt umso drängender die Frage, wie lange die zuständigen Bundes- und Landespolitiker die Bevölkerung im Umfeld von Köln/Bonn noch auf die Umsetzung des von der damaligen SPD/Grünen Landesregierung schon 1997 versprochenen Passagierflugverbots in der Kernnachtzeit (0 – 5 Uhr) warten lassen wollen? Dass Köln/Bonn mit seinen
Nachtflugzahlen seit 2013 an oberster Stelle aller deutschen Verkehrsflughäfen steht, kommt nicht von ungefähr. Diese verheerende Entwicklung wurde vielmehr durch die jahrzehntelang von den verschiedenen NRW-Landesregierungen verfolgten, extrem Flughafen-freundlichen Verkehrspolitik massiv befördert. Daher ist es völlig inakzeptabel, wenn die jetzige SPD-geführte Landesregierung sich durch Nichtstun von der von Frau Kraft im Landtagswahlkampf 2010 gegebenen Zusage, ein Flugverbot für den Passagierverkehr in der Kernnacht (0 – 5 Uhr) zu erlassen, sang- und klanglos zu verabschieden trachtet.
Köln/Hennef, 6. Oktober 2016
V.i.S.d.P.: Helmut Schumacher
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(1) Nächtliche Dauerschallpegel von 50 und mehr dB(A) sh. Fallkontrollstudie Greiser Risikofaktor nächtlicher Fluglärm“, S.14, Abb.5
(2) Interview KStA im Oktober 2012
(3) Presseveröffentlichung des Flughafens vom 29.10.2014

Siehe auch KSTA vom 07.10.16 Flughafen Köln/Bonn Rekord bei Nachtflügen für Airport ärgert Lärmgegner

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