Schlaf ist Bürgerrecht

Bleibt mir denn kein anderer Ausweg mehr, als die Lokalpolitiker von einem Zuschnitt der Herren Jochen Ott und Jürgen Roters zu beschimpfen? Nichts liegt mir ferner. Aber was können wir als Kölner noch anderes tun, wenn alle Argumente auf dem Tisch liegen, wenn sie unwiderlegbar sind, wenn Menschenrechte verletzt werden, und wenn dennoch Täuschungsmanöver und Vertrauensbrüche der übelsten Sorte versucht werden?

Stefan Greiner, Bonner Professor für Arbeits- und Sozialrecht, hat in seinem Gastbeitrag „Schlaf ist Bürgerrecht“ zusammengefasst, weshalb zumindest der nächtliche Passagierflug in Köln/Bonn inakzeptabel ist. Der gesundheitliche Schaden ist belegt,. Dem Grundgesetz -Auftrag, die körperliche Unversehrtheit zu schützen, kommen die entscheidenden Politiker nicht nach. Die ökonomischen Argumente der Luftverkehrs-Lobby sind widerlegt.

Für die innereuropäischen Flüge ab Köln/Bonn gibt es nämlich keine Konkurrenz der Golf-Fluglinien wie Emirates etc., und ausweichen auf andere mitteleuropäische Flughäfen können die Airlines wegen der dortigen Nachtflugbeschränkungen auch nicht mehr. Nur weil ein Flugzeug einen Flug mehr pro 24 Stunden (also in der Nacht) nach Mallorca oder Antalya durchführen kann, wird uns Kölnern das Risiko des Infarkts, der Arbeitsunfähigkeit zugemutet. Dabei gehen dem Flughafen oder den Airlines gar keine Flüge verloren, denn wir wollen ja in den Urlaub oder zu einem Termin nach Madrid fliegen. Nur muss es eben nicht nachts sein – und tagsüber fliegen wir auch lieber ab.

Stattdessen gehen Herr Ott und Herr Roters der Luftverkehrslobby auf den Leim und befürworten Nachtfluglärm. Seit Jahrzehnten wird – mit Landtagsbeschlüssen – versprochen, dass es keinen  nächtlichen Passagierflug geben soll. Und jetzt wird die nächste Schmierenkomödie aufgeführt. SPD-Verkehrsminister Groschek will wieder beantragen, dass es einen Nachtflug-Stopp gibt, wohl wissend, dass die immer gleichen Ministerialbeamten samt neuem CSU-Minister das ablehnen werden.

Warum nur sagen die Kölner Eigentümer des Flughafens nicht ganz einfach: Wir wollen auf unserem Flughafen keinen Nachtflug für Passagiere? Warum nur fügen diese Politiker dem Kölner Schmuddel-Image auch noch das Merkmal der deutschen Nachtlärm-Deponie hinzu? Es reicht. Hört auf!

Leserbrief zum Bericht im KStA vom 29.01.14, S. 04
Dr. Norbert Heinze, Köln

Bildquelle: Wikipedia

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