Manipuliert Energiemafia Notreserven ?

[Quellen: Fefes Blog 1 und Fefes Blog 2  und Handesblatt und Berliner Zeitung und TAZ und TAZ ]

Zitat Fefes Blog: >> Erinnert ihr euch an Enron? Nun, bei uns verhalten sich die Stromhändler nicht substantiell anders.

Der deutsche Strommarkt wurde bis vor wenigen Tagen durch gefährliche Handelsgeschäfte in die Nähe eines Zusammenbruchs gebracht. Aus Profitgier haben Stromhändler in der jüngsten Kälteperiode massiv und illegal auf Notreserven zugegriffen, statt reguläre Kraftwerke zu nutzen.
Hier ist, was genau passiert ist. Es war sehr kalt, die Franzosen drehten ihre Radiatoren an, Frankreich importierte fett Strom aus Deutschland, und in Deutschland ging dann an der Energiebörse der Strompreis hoch — auf das siebenfache des Normalpreises. Die Händler wollten nicht soviel zahlen, also haben sie die Prognose ihrer Kunden systematisch nach unten gelogen, und haben entsprechend weniger Strom geliefert. Weil der Verbrauch aber nicht tatsächlich runterging, musste er irgendwie befriedigt werden, und das kam dann aus der Notreserve.

Und DESHALB darf man keine Stromversorgung privatisieren. Sobald da ein Profitmotiv am Start ist, und man Kosten z.B. über so eine Notversorgung externalisieren kann, werden sie das zuungunsten der Konsumenten tun. Immer.

Die Energiemafia musste in Deutschland die Strom-Notreserven anbrechen. Und zwar nicht nur, weil wir mehr Strom brauchen (das stimmt auch), sondern weil auch andere Länder mehr Strom brauchen. Zum einen ist der Verbrauch durch die Eiseskälte deutlich gestiegen. Speziell in Frankreich ist der Stromverbrauch hoch, weil dort viel mit Strom geheizt wird, weshalb das Land als Exporteur ausfällt und zeitweise sogar aus Deutschland importiert. Zum anderen wirken sich die Lieferengpässe des russischen Produzenten Gazprom inzwischen doch in Deutschland aus. << Zitat Fefes Blog Ende

Zitat TAZ: >> Einsatz der Elektrozocker – Zuletzt war die Stabilität des Stromnetzes immer wieder gefährdet. Verantwortlich dafür war nicht der Mangel an Kraftwerken, sondern die Spekulationswut der Stromhändler.

Lösung ohne Blackout – Man kann es plakativ formulieren: Stromhändler zocken das Land beinahe in den Blackout. Man kann die Situation aber auch sachlich beschreiben: Weil Stromhändler ihren Einkauf nach unternehmerischen Gesichtspunkten optimierten und dabei alle den gleichen Trick wählten, war der Blackout nahe.
Der Unterschied bei den Formulierungen hat weniger damit zu tun, welche Brisanz man dem Thema beimisst, sondern vielmehr mit der Suche nach einer Lösung. Im ersten Fall hat man ein Feindbild, das in die Zeit passt: Es sind die Zocker, die Wirtschaft und Alltag gefährden. << Zitat TAZ Ende

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