Installation einer Fluglärmmessstation auf dem Windecker Rathaus

Gemäß §24 der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen rege ich folgendes an: Der Gemeinderat der Gemeinde Windeck möge bei seiner nächsten Sitzung folgendes beschließen:

Der Rat der Gemeinde Windeck beschließt die Installation einer Fluglärmmessstation des Deutschen Fluglärm Messdienstes auf dem Rathaus

Begründung:
Seit Juli 2009 zeichnet eine private Fluglärmmessstation den Fluglärm in Windeck rund um die Uhr auf. Die Messwerte dieser Fluglärmmessstation werden automatisiert an den Deutschen Fluglärmdienst (DFLD) übertragen und von dort aus im Internet zur Verfügung gestellt. Eine Auswertung der Messwerte über einen Zeitraum von Juli 2009 bis Oktober 2013 – weist Jahr für Jahr eine Erhöhung der Nachtflüge zwischen 22:00 und 06:00 aus. Im September 2017 wurde ein Spitzenwert 1534 Überflügen erreicht. Es befinden sich immer mehr Flugzeuge im Übergang vom Steig- in den Beschleunigungsflug, während sie Windeck nachts überfliegen. Beim Übergang vom Steig- in den Beschleunigungsflug wird ein extrem lautes Pfeifen erzeugt, was unweigerlich zu einem Aufwachen in den Nachtstunden führt. Hintergrund sind die Anweisungen der Airlines an die Piloten Kerosin zu sparen, weshalb diese die Steigflugphasen bis nach Windeck ausdehnen. Erst nachdem sie Windeck überflogen haben, erreichen sie ihre reguläre Flughöhe. Die Maschinen fliegen deshalb mitten über Windeck, weil sich in Windeck-Locksiefen das Funkfeuer befindet, an dem sich alle Flugzeuge orientieren. Der Köln-Bonner Flughafen wählt also die Routen über Windeck bewusst aus.

Um diesem Verhalten entgegenzuwirken, wird die Installation einer Fluglärmmessstation auf dem Rathaus empfohlen. Die Finanzierung der Investition (ca.5000,-) erfolgt durch die Gemeinde Windeck. Die Wartung und die kontinuierliche Auswertung kann durch den Antragsteller Peter Inden kostenlos und ehrenamtlich erbracht werden. Zudem wird eine Mitgliedschaft der Gemeinde Windeck beim Deutschen Fluglärmdienst e.V. und der Lärmschutzgemeinschaft Flughafen Köln/Bonn e.V empfohlen. Diese Kosten betragen ca. 200,- pro Jahr.

Wegen steigender Fluglärmbeschwerden aus der Windecker Bevölkerung, hatte der Köln-Bonner Flughafen seinen Fluglärm-Messwagen im Frühjahr 2014 in Windeck aufgestellt. Nachdem die defekte Messtechnik des Messwagens im zweiten Anlauf vom Flughafenpersonal zum Laufen gebracht wurde, ließen die Nachtüberflüge wie durch ein Wunder nach. Dabei ist interessant zu wissen, dass der Köln-Bonner Flughafen und die dort ansässige Deutsche Flugsicherung bestimmen über welche Ortschaften geflogen wird. Und während der Vergleichsmessung wurde Windeck einfach nicht überflogen. Auf Basis dieser Erfahrungen, ist ein Rückgang der regelwidrigen zu tiefen und zu lauten Überflüge durch die Installation einer Fluglärmmessstation auf dem Windecker Rathaus zu erwarten.

Fazit aus dem Umweltausschuss vom 16.11.17.
1. Beim Umweltausschuss am 16.11.17 wurde nichts Greifbares beschlossen. Vielmehr wurde beim Bericht von H. Grothus deutlich, dass H. Grothus sich in der Phase der Erarbeitung von rudimentären lärmschutztechnischen Grundbegriffen befindet. In Zukunft ist da auch – zeitlich bedingt – nicht mehr zu erwarten. Daher macht es Sinn, diese Aktivitäten ehrenamtlich auf den Antragsteller Peter Inden zu übertragen. So wird es beispielsweise auch in Hennef gehandhabt.
2. Der Fluglärmbericht sollte einmal jährlich im Frühjahr durch Peter Inden im Umweltausschuss erfolgen.
3. Herr Grothus berichtet, dass er nur 3 Fluglärmbeschwerden vorliegen hat. Zuzugs willige Familien, die sich in der sozialen Kategorie >>Mittelstand und aufwärts<< befinden, informieren sich schon seit langem über das Internet über die Lärmverschmutzung ihres potentiell zu kaufenden oder zu mietenden Objektes. Einfache Möglichkeiten sind der Deutsche Fluglärmdienst, Flightradar und die Zusammenfassung der Windecker Fluglärmwerte. Dies gilt auch für die Windecker Bürger. Warum sollten sich diese Menschen ausgerechnet an Herrn Grothus wenden, der ohnehin kein Fachwissen und keine Informationen hat? Beide Personengruppen fragen stattdessen regelmäßig beim Antragsteller Peter Inden an. Und eben nicht bei der Gemeinde.
4. Die Gemeinde sollte prüfen, ob das Funkfeuer Locksiefen verlegt werden kann. Eine Verlegung des Funkfeuer Locksiefen würde in Windeck auch die Möglichkeit der Errichtung von Windenergieanlagen eröffnen.

Siehe auch den Bericht von Harald Röhrig in der Kölnischen Rundschau und dem Kölner Stadt-Anzeiger vom 21.11.2017
Belastung durch Flugbetrieb – Mehrere Optionen liegen für Windeck auf dem Tisch
Zitat: >>Inden bekräftigte hingegen, dass der Fluglärm massiv zugenommen habe: „Allein im September waren 1500 Überflüge zu verzeichnen, davon 1000 tagsüber. Die Werte haben sich also fast verdoppelt.“ Außerdem seien die Piloten immer mehr dazu übergegangen, den Steig- und Beschleunigungsflug vor allem über dem Windecker Ländchen zu verstärken.<<
Und den Bericht von Harald Röhrig im Extra Blatt vom 23.11.17:
Zitat:>>In dem Antrag erhebt er schwere Vorwürfe gegen den Köln-Bonner Flughafen.
Der habe seinen Fluglärm-Messwagen vor drei Jahren in Windeck nach Beschwerden der Bürger aufgestellt. Nachdem die defekte Messtechnik des Messwagens im zweiten Anlauf vom Flughafenpersonal zum Laufen gebracht worden sei, hätten die Nachtüberflüge wie durch ein Wunder nachgelassen. Inden: „Während der Vergleichsmessung wurde Windeck einfach nicht überflogen.“<<
Und natürlich den Bericht auf windeck24.info vom 26.11.2017

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