Höhere Gebühren für laute Jets bringt nicht die Wende

Noch im März 2012  bescheinigte Geschäftsführer Garvens der in 2009 in Kraft getretenen (und zur Zeit noch geltenden) Gebührenordnung des Köln/Bonner Flughafens in einem 3SAT-Interview: „Das Lärmentgeltsystem ist ein ganz wichtiger Baustein in unserer Gesamtstrategie um den Lärm auf ein absolutes Mindestmaß zu begrenzen“. Damit hatte er auch Bezug genommen, auf den im Februar 2012 verkündeten „Gebührenrabatt für leise Frachtflugzeuge“. Die betroffenen Anwohner durften sich also mit Fug und Recht auf ruhigere Nächte freuen. Inzwischen werden sie jedoch gemerkt haben, dass sie sich besser nicht auf Versprechungen des Flughafens verlassen sollten, denn es ist genau das Gegenteil eingetreten: Selbst bei den in 2012 um rund 7% zurückgegangen Flugbewegungen nahm die Zahl der Nachtflüge um 3.5% auf nunmehr 35.000 zu. Und noch viel schlimmer: die Anzahl der extrem lauten nächtlichen Überflüge (gleich/größer 80 dB(A) hat sogar um 30% zugenommen! Auch die Zahl der im Nachtbetrieb von Köln/Bonn ihr Geschäft betreibenden Fluggesellschaften dürfte in 2012 mit rund 35 (darunter 25 Passagierfluggesellschaften) ein neues Allzeithoch erreicht haben.

Die jetzt verkündete neue Gebührenordnung geht zwar in die richtige Richtung,  ist aber nicht der große Wurf, da die Spreizung zwischen Tag- und Nachtgebühren  nicht groß genug ist, um eine nachhaltige Umsteuerfunktion auf Tagflüge oder eine große Umrüstaktion auf weniger laute Flugzeuge zu bewirken. Dass dies jedoch möglich ist, haben beispielsweise die Flughäfen Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg mit wesentlich höheren Lärmaufschlägen schon unter Beweis gestellt.

Helmut Schumacher
Am Brölbach 20
53773 Hennef
25. Januar 2013

Quellen:
Flughafen Köln-Bonn: Höhere Gebühren für laute Flieger, Entgeltordnung KÖLN BONN AIRPORT, Ökonomische Maßnahmen zur Reduzierung der Umweltauswirkungen des Flugverkehrs

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