Energiewende rückwärts

In dieser Sendung des ZDF wird die unsinnige und böswillige Reduzierung der Photovoltaik und die nicht erforderliche Abriegelung von Windenergieanlagen für jeden verständlich dargestellt.
Leider erweckt der Film – ab Filmminute 14 – in der zweiten Hälfte den falschen Eindruck, dass die Stromnetze wegen der Energiewende ausgebaut werden müssen. Dies ist absolut falsch, wie man hier beim Solarenergie Förderverein (SFV) aus Aachen nachlesen kann.
Besonders interessant sind dazu auch die Folien 9 – 16 von Wolf von Fabeck vom SFV.

An dieser Stelle müssen wir uns die Frage stellen, welche Energiewende wollen wir?

Hier eine Kurzbewertung der technischen Alternativen
1  Dezentrale- oder zentralen Erzeugung elektischer Energie.
1.1  Keine Abkehr von der zentralen Erzeugung elektischer Energie bedeutet  den  Fortbestand der klimafeindlichen Erzeugerstrukturen
2  Die Frage nach dem Energiepeicher muß geklärt werden. Im Wesentlichen stehen drei Optionen zur Wahl:
2.1  Pumpspeicherkraftwerke sind ausgereift, da sie auf konventioneller Technik basieren. Sollte es zu einem Zubau von  Pumpspeicherkraftwerken kommen, so muss auch das Stromnetz erweitert werden.
2.2  Batteriespeicher sind nicht in der Leistungsklasse von Transformatoren vorhanden
2.3  Erdgaskavernenspeicher: Um überschüssige erneuerbare Energie zu speichern, kann diese für den Prozess der Wasserstoff-Elektrolyse genutzt werden. Der erzeugte Wasserstoff kann bis zu einem Anteil von 10 Prozent direkt dem Erdgas beigemischt werden. Eine Serienreife ist noch nicht vorhanden.
3  Welche Brückentechnologien bis zur Vollversorgung mit erneuerbaren Energien? CDU und SPD setzen wieder verstärkt auf neue Kohlekraftwerke (BOA2 und BOA3 in Niederaußem). Diese können den Regelenergiebedarf jedoch nur eingeschränkt abdecken und sind zudem teurer als Gaskraftwerke. Hocheffiziente Erdgaskraftwerke sind derzeit die einzige akzeptable fossile Brücke zu den erneuerbaren Energien.
4  Welches Leitungsnetz? Diese Frage ist eng mit den Fragen nach  dezentraler- oder zentraler Erzeugung, mit der Art der verwendeten Energiepeicher und mit der Brückentechnologie verknüpft.
5  Der sinnvolle Ausbau der Stromnetze setzt Entscheidungen über die Technik und die Standorte von Brückenkraftwerken und Speichern voraus.
6  Europäische Relevanz: Wenn Pumpspeicherkraftwerke und Strom aus der afrikanischen Wüste (Stichwort Desertec2) eine angestrebt werden, dann bedingt das den Bau von Hochspannungs-Übertragungsleitungen quer durch Europa und Deutschland.
7  Relevanz für die BRD:
7.1  Offshore- bzw. Hochseewindparks sind in aller Munde. Die Debatte wird von gewieften Lobbyisten und Marketingagenturen in die breite Masse der Bevölkerung getragen. Ziel ist der Bau von möglichst großen Offshore-Windparks, um so den Profit  möglichst nur innerhalb des Energieoligopols aufzuteilen. Denn die Profiteure sind allein die großen Konzerne, die sich damit ihre marktbeherrschende Stellung sichern wollen. Einzelne Stadtwerke oder Bürgerenergiegesellschaften können Investitionen von bis zu 2 Milliarden Euro für einen Hochseewindpark nicht stemmen.
7.2  Relevanz für lokale unterlagerte Stromnetzte: Auch Bürgerwind- und Solarparks dürfen nicht isoliert vom dafür erforderlichen Leistungsnetz betrachtet werden. Bürgerwind- und Solarparks vermeiden den weiteren Zubau der Natur und der Umwelt mit Hochspannungsmasten, da die elektrische Energie dezentral in der Region eingespeist und auch verbraucht wird. Wer sich gegen Bürgerwind- und Solarparks ausspricht, der provoziert damit einen weiteren Ausbau des Hoch- und Höchstspannungsleitungsnetzes. Und Hochspannungsleitungen werden auch gegen den Willen der Naturschutzverbände genehmigt.
7.3  Bürgerwind- und Solarparks im Kontext des deutschen Stromnetzes: Die erzeugte elektrische Energie wird also lokal eingespeist und – entsprechend der Lastsituation – auch lokal verbraucht.

Fazit: Wer lokale Bürgerwind- und Solarparks fördert, verhindert den Ausbau des Höchstspannungs Leitungsnetzes und verhindert, dass der Profit nur innerhalb des Energieoligopols aufgeteilt wird. Denn die  großen Konzerne wollen ohnehin nur ihre marktbeherrschende Stellung sichern.

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