CDU und Windenergie – die absolute Kommunikations-Katastrophe

Leserbrief zur CDU Veranstaltung zum Thema Windenergie am 24.05.2013

Die Anwesenden setzten sich zu 80% aus CDU nahen Personen, 15% sehr besorgter Krahwinkeler Einwohner und 5% anderer Personen zusammen. Der Naturschutzvertreter Kröfges war nicht imstande die realen Erkenntnisse zu Schwarzstorch und Rotmilan auf Windeck und Ruppichteroth anzuwenden. Und das, obwohl er in die Diskussion eingebunden ist.
Anstatt über reale Chancen und Risiken der Windenergie zu reden, wurde nach einer eher unpassenden Einleitung über den Bau von Windenergieanlagen, fast nur über Geld geredet. Wenn man die Leitlinie des Kreises und die aktuellen Erkenntnisse des Naturschutzes außen vor lässt, könnten laut der Potenzialstudie Erneuerbare Energien des Landes NRW in Windeck realistisch 7 bis 33 und in Ruppichteroth 4 bis 10 Windräder gebaut werden. Die Chance der Gemeinden besteht nun darin die sich daraus ableitenden Gewerbesteuereinnahmen für die Bürger zu nutzen. Bei z.B. 7 Windrädern sind das ca. 220.000,-€ pro Jahr. Sehr gut für das Gemeinwohl wäre es natürlich, wenn auch die Pachterlöse an die Gemeinden oder zumindest an das Land NRW gingen. Noch können die Gemeinden diese Chance nutzen, indem sie mit den potenziellen Verpächtern reden, verhandeln und diese Flächen dann selbst verpachten, damit die Erträge allen Windeckern und Ruppichterotern zugute kommen. Wenn das nicht passiert, werden einige wenige Landbesitzer Pachterträge in Höhe eines Jahresgehaltes pro Windrad pro Jahr einstreichen und alle anderen Windecker und Ruppichterother haben nichts davon. Die CDU hat in Kenntnis der potenziellen Flächen und in Kenntnis der glücklichen – auch CDU – Landbesitzer zwar die augenscheinlich äußere Harmonie eingehalten, allerdings hat die CDU der Diskussion um die Windenergie einen Bärendienst erwiesen. Für weitere Veranstaltungen würde ich mir eine Thematisierung dieser Situation UND eine bessere konzeptionelle Vorbereitung wünschen. Möglicherweise ist die Vision eines BÜRGERWINDPARKS FÜR ALLE BÜRGER noch machbar. Um diese positive Situation für alle Bürger zu erreichen, sollten die Landbesitzer und damit die potenziellen Verpächter in sich gehen und den Gemeinden proaktiv einen konstruktiven Vorschlag machen. Dann könnte sich sicher eine Mehrheit aller Bürger mit dem Thema Windenergie identifizieren. Immerhin drehen sich dann die Windräder für das Gemeinwohl. Und die Gewerbesteuer UND die Pachterträge stehen den Gemeinden zur Verfügung. Geschieht das nicht, können die Landbesitzer nach der Ausweisung ihrer Flächen machen was sie wollen. Und dann wird das Thema Windenergie in Windeck und Ruppichteroth von Investmentfonds aufgerollt. Die kommunale Wertschöpfung ist dann nicht mehr möglich und die Bürger sind dann nur noch Zuschauer. Die Windräder drehen sich dann für die Heuschrecken dieser Welt.

 

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich finde es toll, dass die CDU eine Veranstaltung zu Windenergienutzung gemacht hat. Für das Voranbringen der Energiewende muss diese Thema in breite Kreise der Bürgerschaft getragen werden. Durch Information und Aufklärung wird der Bevölkerung die Angst vor der „Verspargelung“ der Landschaft genommen.

Schreibe einen Kommentar